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Professionelles Abbild des regionalen Wirtschaftsgeschehens

Schweizer FachmedienBy Schweizer Fachmedien29. April 2026Keine Kommentare7 Mins Read

Seit 20 Jahren informiert das Magazin «Geschäftsführer*in Basel» die Wirtschaft der Dreiländerregion und hat sich als feste Grösse für regionale Unternehmen, Institutionen und Persönlichkeiten etabliert. Was als Idee für ein regionales KMU-Magazin begann, entwickelte sich über zwei Jahrzehnte hinweg zu einer anerkannten Plattform für Wirtschaft, Vernetzung und unternehmerischen Austausch. Eine beeindruckende Erfolgsgeschichte, die beweist, dass Print wohl niemals komplett aussterben wird, sondern sich kontinuierlich zu einem markanten Nischenprodukt für vertiefte Inhalte weiterentwickelt.

Interview mit Francesco J. Ciringione von Gabriela Röthlisberger

Herr Ciringione, ein Blick rund zwei Jahrzehnte zurück zeigt deutlich auf, dass sich damals die Printmedien, nicht nur in der Schweiz, in einer Krise befanden und mit tiefgreifenden strukturellen Problemen zu kämpfen hatten. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für die Gründung eines Verlags. Was hat Sie dennoch dazu bewegt, das Magazin «Geschäftsführer*in Basel» in derart schwierigen Zeiten aus der Taufe zu heben?

Der Gedanke, ein eigenes Magazin herauszugeben, entstand eher zufällig und festigte sich in meiner Faszination Inhalte selbst zu gestalten, Themen zu setzen und Persönlichkeiten sichtbar zu machen. Als Vollblutunternehmer schob ich diese Vision nicht auf die lange Bank, gründete kurzerhand einen Verlag und lancierte eines der ersten regionalen Wirtschaftsmagazine. Daraus entwickelte sich relativ schnell der «Geschäftsführer*in Basel» – der Grundstein für den späteren Ausbau meiner verlegerischen Tätigkeit.

Waren Sie zum Zeitpunkt der Gründung nicht in einem ganz anderen Berufsfeld tätig?

Ja, das ist korrekt, aber mein Quereinstieg in die Verlagsbranche bot überraschend viele Vorteile, gerade weil ich nicht den klassischen verlegerischen Weg gegangen bin. Die wichtigsten Pluspunkte, die bei einem Quereinsteiger oft unterschätzt werden, sind der frische Blick auf Inhalte und Zielgruppen. Wer nicht aus dem traditionellen Verlagsumfeld kommt, bringt völlig andere Perspektiven mit. Mein starker Unternehmergeist und meine ausgeprägte Neugier waren dabei auf jeden Fall ebenfalls sehr hilfreich.

Also weniger sogenannte «Betriebsblindheit», dafür mehr Innovationskraft?

Genau, denn so hinterfragt man die Abläufe eher und erkennt rascher vorhandene Verbesserungspotenziale – ein echter Vorteil in einer Branche, die sich damals wie heute im Wandel befindet. Die Transformation in der Verlagswelt schreitet aktuell rasant voran (Digitalisierung, KI, andere Geschäftsmodelle), wodurch neue Rollen entstehen, für die klassische Ausbildungswege weniger relevant sind.

Ihr Magazin feiert dieses Jahr, allen Widrigkeiten zum Trotz, sein 20-jähriges Jubiläum. Was bedeutet dieser Meilenstein für Sie?

Das ist ein ganz besonderer Moment für uns, denn 20 Jahre zeigen, dass wir uns als verlässliche Stimme der regionalen Wirtschaft etablieren konnten. Es erfüllt mich mit Stolz, die Entwicklung von so vielen Unternehmen über zwei Jahrzehnte begleitet zu haben.

Das 20-jährige Bestehen des Magazins «Geschäftsführer*in Basel» lässt die produktive Publikationstätigkeit mehr als deutlich werden. Welches waren Ihrer Meinung nach die prägenden Faktoren dieser Erfolgsgeschichte?

Die tragenden Säulen des Magazins waren von Anfang an unternehmerischer Mut, kontinuierliche Weiterentwicklung und eine starke regionale Verwurzelung. Ein Beleg dafür, wie Leidenschaft, Vision und Engagement über Jahre hinweg Früchte tragen können. Auch in Zukunft soll das Magazin eine verlässliche Plattform für die Wirtschaft der Region bleiben – als Ort des Austauschs, der Orientierung und der In­spiration. Dieses Jubiläum ist nicht nur ein Rückblick, sondern auch ein Startpunkt für neue Ideen, Themen und Projekte, welche die regionale Wirtschaft weiterhin bereichern werden.

Den Wandel der Verlagsbranche haben wir bereits angesprochen. Wie hat sich nun der  «Geschäftsführer*in Basel» seit der ersten Ausgabe konkret verändert?

Anfangs waren wir ein klassisches Printprodukt mit überschaubarem Umfang. Heute sind wir multimedial unterwegs – mit Online-Plattform, Social Media und digitalen Sonderformaten. Inhaltlich sind wir breiter geworden, aber unserem regionalen Fokus immer treu geblieben.

Wie hat sich die regionale Wirtschaft in den letzten Jahren verändert?

Sie ist deutlich dynamischer geworden. Es gibt mehr Innovation, aber auch mehr Wettbewerb. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung.

Welche Themen haben die vergangenen 20 Jahre besonders polarisiert?

Definitiv die Globalisierung, später die Digitalisierung und in den letzten Jahren Themen wie Nachhaltigkeit und Fachkräftemangel. Spannend war zu sehen, wie regionale Unternehmen auf diese Trends reagiert und sich weiterentwickelt haben – Herausforderungen wurden mit Elan und Ideenreichtum gemeistert.

Gab es einen Moment, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Ja, die Finanzkrise war ein prägender Einschnitt. Viele Unternehmen mussten plötzlich grosse Hürden überwinden, darüber haben wir intensiv berichtet. Gleichzeitig war es beeindruckend zu sehen, wie resilient die regionale Wirtschaft ist.

Welche zentrale Aufgabe spielt Ihr Magazin heute in der Region?

Wir verstehen uns als Plattform für Austausch und Vernetzung. Unsere Hauptaufgabe besteht darin, die wirtschaftlichen Entwicklungen in der Region transparent und verständlich darzustellen. Wir möchten Unternehmen eine Stimme geben, Innovationen sichtbar machen und gleichzeitig Leserinnen und Leser fundiert informieren.

Neben der Berichterstattung bringen wir Menschen zusammen – etwa durch Events, Porträts oder Themenschwerpunkte. Seit zwei Jahrzehnten bietet unser Wirtschaftsmagazin spannende Einblicke in die Vernetzung der regionalen Wirtschaft und setzt dabei auf hochwertige, aussagekräftige Inhalte, Innovation und Nachhaltigkeit.

Welche weiteren Magazine hat Ihr Verlag im Laufe der Zeit noch ins Leben gerufen?

Wir haben uns parallel zum «Geschäftsführer*in Basel» mit dem internationalen Lifestyle­magazin «PRESTIGE» eine zweite verlegerische Säule aufgebaut. «PRESTIGE» steht für hochwertige Inhalte rund um Lifestyle, Reisen, Design sowie Persönlichkeiten und ergänzt das wirtschaftliche Profil des Verlags um eine emotionale, ästhetische Perspektive. Die Kombination aus Wirtschaftspublikation und Lifestylemagazin unterstreicht den ganzheitlichen Anspruch des Verlags, sowohl unternehmerische Themen als auch Lebenswelten sichtbar zu machen. Desweiteren publizieren wir Fach- und Lifestylemagazine wie bauRUNDSCHAU, PRESTIGE TRAVEL und PREFERIST.

Worauf legen Sie als Verleger dieser Magazine Ihr hauptsächliches Augenmerk?

Von Beginn an stand fest, dass Qualität ein zentrales Merkmal aller Publikationen sein sollte – diese Haltung prägt die Arbeit der Schweizer Fachmedien GmbH bis heute. Wir legen höchsten Wert auf sorgfältige Redaktion, fundierte Inhalte, Grafik auf hohem Qualitätsniveau sowie eine ansprechende Haptik und Materialwahl. Hochwertiger Druck, klare Gestaltung und journalistische Seriosität sind dabei keine Nebensache, sondern bewusster Bestandteil des Konzepts. Diese Arbeitskultur gilt sowohl für die Printmedien als auch für die digitalen Produkte, welche knapp 40 Websites und Projekte wie TikiTaka, eine Web-App für Fussballbegeisterte, oder Shoppeo, ein Webshop für Secondhand-­Waren, be­inhaltet. Digitale Formate ermöglichen uns, aktueller zu berichten und neue Zielgruppen zu erreichen.

Wie viele Mitarbeitende beschäftigen Sie derzeit in Ihrem Verlag?

In etwa 20 Personen – ein engagiertes Team aus Redaktion, Grafik, Projektleitung und Verkauf sorgt dafür, dass jede Ausgabe sowohl inhaltlich als auch optisch überzeugt. Dabei entsteht ein durchgehend stimmiges Leseerlebnis, welches die Leserinnen und Leser informiert, inspiriert und durch Qualität überzeugt.

Welche Themen stehen aktuell besonders im Fokus?

Derzeit beschäftigen uns vor allem Themen wie Fachkräftemangel, Digitalisierung im Mittelstand und nachhaltiges Wirtschaften. Viele regionale Betriebe stehen vor grossen Umbrüchen, und wir begleiten diese Prozesse journalistisch. Wir achten auf eine gute Mischung aus etablierten Firmen und jungen Start-ups. Wichtig ist uns dabei die Relevanz für die Region sowie ein klarer Mehrwert für unsere Leserschaft.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der regionalen Wirtschaft?

Im Fokus steht bei mir der Wunsch nach einer, wie bis anhin, starken Vernetzung zwischen Unternehmen, Politik und Gesellschaft. Nur gemeinsam lassen sich die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich meistern.

Welches sind Ihre Ziele für die nächsten Jahre?

Wir möchten unbedingt nah an den Unternehmen bleiben und unsere digitalen Angebote weiterhin erfolgreich ausbauen. Doch auch in einem zunehmend digitalen Umfeld wird der Verlag seiner Überzeugung treu bleiben und hochwertigen Printprodukten ihren festen Platz einräumen. Gedruckte Magazine bieten Orientierung, Wertigkeit und eine nachhaltige Nutzung, die über den Moment hinausgeht.

In diesem Sinne wollen wir unsere journalistische Qualität sichern und neue Perspektiven aufzeigen – damit wir auch in weiteren 20 Jahren noch genauso am Ball sind wie heute!

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