Leidenschaft auf Bühne und Bildschirm
Sonia Kälin ist seit 2019 ein bekanntes Gesicht aus der beliebten Unterhaltungssendung «Donnschtig-Jass» auf SRF, wo sie als Jass-Schiedsrichterin amtet. Davor war sie vor allem im sportlichen Bereich präsent, Kälin wurde gleich viermal Schwingerkönigin. Privat ist sie verheiratet, hat zwei kleine Kinder und gilt als unkompliziert, sportlich und spontan.
Interviewpartnerin: Sonia Kälin
Autor: SOLEXPO Entertainment
Bilder: SRF & Pascal Mora

GESCHÄFTSFÜHRER*IN Basel: Sonia Kälin, welche Station aus Ihrer Vergangenheit hat den grössten Einfluss auf Ihre Moderationstätigkeit?
Sonia Kälin: Ich war über 15 Jahre lang als Lehrerin Sek I tätig und habe mir währenddessen eine enorme Präsenz und Aufmerksamkeit fürs Detail angeeignet. In einer Schulklasse musst du wachsam sein, Humor haben und spontan auf Aktionen reagieren können. Ich glaube, diese Kompetenzen sind für die Moderation eines Events Gold wert.
Hat auch der Sport einen Einfluss?
Natürlich: Als Sportlerin hatte ich ein klares Ziel, welches ich fokussiert und diszipliniert verfolgte. Ich musste am Tag X nicht nur abliefern, sondern regelrecht über mich hinauswachsen – ansonsten hätte ich mit meinem Gewicht im Schwingen keine Chance gehabt. Diese Eigenschaften mit einer akribisch genauen Vorbereitung, den Vorgesprächen mit den Mitwirkenden und dem analytischen Denken setze ich eins zu eins bei Moderationen und Speaker-Auftritten um.
Bald steht wieder der Sommer vor der Tür, und Sie rechnen der halben Schweiz die Jasskarten live im TV beim «Donnschtig-Jass» zusammen. Was bedeutet Ihnen dieses Engagment?
Der «Donnschtig-Jass» hat eine enorme Reichweite, von der ich natürlich schon auch profitieren kann. Allerdings muss ich auch da zuerst meinen Job gut machen. Ab und an passiert ein kleiner Fehler oder Versprecher, über den ich mich grausam ärgere. Die Zuschauerinnen und Zuschauer sehen dies jedoch nicht so eng und finden, genau dies mache mich so menschlich.
Was macht mehr Spass: eine TV-Sendung oder ein Event zu moderieren?
Der grösste Unterschied liegt wohl darin, dass man in einer TV-Sendung in eine schwarze Kamera schaut und spricht, während man an einem Event das echte Publikum vor sich hat, mit dem man eine direkte Verbindung aufbauen kann und sofort eine Interaktion stattfindet. Ich mag es, wenn ich die Menschen spüre. Zwar macht es mich schon auch etwas nervös, wenn ich 1 000 Augenpaare auf mir fühle, aber umso echter fühlt sich das Ganze auch an.
Wie oft sind Sie in Basel unterwegs?
Als das ESAF in Pratteln stattfand, durfte ich alle grossen Pre-Events einer Königspartnerin in Baselland moderieren – daran erinnere ich mich noch heute liebend gerne zurück. Ausserdem gibt es immer wieder Anfragen aus der Region Basel, was mich sehr freut. Die Leute hier sind offen, nahbar und immer für einen Schwatz zu haben.
Sie sind auf dem Land aufgewachsen und heute oft in Städten unterwegs. Was gefällt Ihnen besser: Stadt oder Land?
Es hat beides seinen Reiz. Mein Studium absolvierte ich in Luzern – hier schätzte ich den guten ÖV und die verschiedenen kleinen und grösseren Läden, wo man in kurzen Gehdistanzen einfach alles findet. Da ich nach wie vor sehr sportlich bin, schätze ich auch die Freiheiten auf dem Land: Ich kann aus dem Haus und habe die saftigsten Wiesen für Spaziergänge und Bike-Touren vor den Füssen.
Sie haben zwei kleine Kinder. Wie schaffen Sie den Spagat zwischen Mutterrolle und selbstständiger Unternehmerin?
Da auch mein Mann selbstständig ist, wechseln wir uns mit der Kinderbetreuung ab. Wer zuerst den Termin in der Agenda blockiert, der darf arbeiten gehen. Im Ernst: Weil mein Mann sieht, wie ich für die Events brenne und mit welcher Leidenschaft ich auch die Vorbereitung angehe, unterstützt er meinen Weg zu 100 Prozent. Familie und Business zu trennen, gelingt mir nicht immer – ich möchte E-Mails beispielsweise termingerecht beantwortet haben.
Sie sind auch sehr aktiv auf den sozialen Netzwerken. Warum das?
Die sozialen Netzwerke sind eine gute Plattform. Es gab bereits Engagements, die durch diese Netzwerke entstanden sind – und dies finde ich in der heutigen Zeit eine fantastische Option.

