Vor 100 Jahren gegründet ist WENGER Carrosserie / Fahrzeugbau erste Adresse für Qualitätsarbeit rund um das Automobil. Als führendes Unternehmen für Fahrzeugauf- und -ausbau sowie mit einer vielfältigen Palette an Dienstleistungen im Carrosserie-Bereich hat sich WENGER Carrosserie / Fahrzeugbau weit über die Grenzen Basels hinaus einen erstklassigen Namen geschaffen.
Auf rund 5 000 m2 Fläche wurde in den letzten Jahrzehnten der Standort an der Klingentalstrasse 77 in Basel schrittweise ausgebaut und präsentiert sich heute für die Kunden mit zeitgemässen Werkstätten und modernster Infrastruktur. Vor zehn Jahren übernahm Arno Wenger von seinem Vater Ruedi Wenger die Geschäftsleitung. Der ausgebildete diplomierte Betriebsökonom führt seither in vierter Generation das Familienunternehmen und leitet gleichzeitig die Fahrzeugbau-Abteilung. WENGER Carrosserie / Fahrzeugbau beschäftigt zurzeit rund 30 Mitarbeitende und bildet zwei Lernende aus. 2004 wurde das Unternehmen als VSCI-Eurogarant-Fachbetrieb zertifiziert und erhielt 2013 die Zertifizierung nach ISO 9001:2008.
WENGER Carrosserie / Fahrzeugbau ist in den mit modernster Technik ausgerüsteten Werkhallen für Reparaturen, Lackier-, Spenglerei- und Unterhaltsarbeiten sowie optisches Tuning eingerichtet, unterhält einen Abschleppdienst und stellt bei Bedarf ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung. Vor allem ist das Unternehmen Basels führender Fahrzeugbauer. Auf spezifischen Kundenwunsch und -bedürfnis werden massgeschneiderte Lösungen realisiert. Ob für Private, Unternehmen oder öffentlichen Dienst – Wenger Carrosserie / Fahrzeugbau plant und realisiert die entsprechenden Fahrzeugauf- und -ausbauten. Das Kleinbasler Unternehmen verfügt ausserdem über eine Service-Abteilung, liefert Ersatzteile und führt Lkw-Reparaturen durch. Im Gespräch mit dem «Geschäftsführer» lüften zwei Generationen des Familienbetriebes, Ruedi Wenger und sein Sohn Arno Wenger, das Geheimnis des Jubiläumsbuches zum 100. Geburtstag des Unternehmens, schauen aber nicht nur zurück, sondern blicken mit Optimismus auf die Gegenwart und wagen auch Ausblicke in die Zukunft.
«Geschäftsführer»: Was waren aus Ihrer Sicht prägende Momente in der Geschichte des Familienunternehmens?
Ruedi Wenger: Ich bin ja das einzige Familienmitglied, das noch alle vier Generationen gekannt hat. Dementsprechend sind mir natürlich viele Geschichten aus den Erzählungen meiner Familie präsent. Ich habe aber auch vieles selbst mitbekommen oder selbst initiiert. Ein Quantensprung stellte sicher die definitive Aufgabe des Standortes an der Allschwilerstrasse nach 77 Jahren dar. Mit der Konzentration auf das Areal an der Klingentalstrasse 77 verdoppelte sich die Betriebsgrösse um 2 500 m2. Vor allem bin ich auch stolz darauf, dass mein Sohn Arno die Familientradition fortführt und das Unternehmen seit zehn Jahren in vierter Generation leitet.
Arno Wenger, mit Ihren 38 Jahren mögen Sie sich wahrscheinlich nicht an allzu viel aus der Vergangenheit erinnern?
Arno Wenger: Natürlich gehen meine Erinnerungen nur bis zu einem gewissen Grad in die Vergangenheit, dennoch erinnere ich mich gut an den alten Standort an der Allschwilerstrasse und natürlich an viele Geschichten, die mein Vater mir erzählt hat, und vor allem an viele Fotos und Bilder aus vergangenen Tagen. Richtig bewusst wurde mir die reichhaltige Geschichte des Familienunternehmens aber vor allem durch die Arbeit meines Vaters für das Jubiläumsbuch, das nun bald erscheinen wird. Was er hier an alten Fotografien und Zeitdokumenten zusammengetragen hat, ist einfach einmalig.
Ruedi Wenger, wie sind Sie an all diese teilweise historischen Zeitzeugnisse gelangt?
Ruedi Wenger: Über Jahre habe ich schon an der Allschwilerstrasse das Archiv betreut und sowohl Fotos wie alte Firmendokumente gesammelt. Es ist aber in der Tat überraschend, was wir teilweise an Plänen und Fotos aus der Anfangszeit des Unternehmens gefunden haben: umgebaute Lieferwagen, Neuaufbauten von Limousinen-Carrosserien mit dem ganzen Innenausbau sowie Liefer- und Lastwagenaufbauten, Lastwagenkabinen und Brückenaufbauten oder Militärfahrzeuge – die Liste ist schier endlos. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist dann dokumentiert, wie WENGER Cabriolet-Verdecke, Schiebedächer nach eigenem Patent und Innenpolsterungen gefertigt hat. Später wurden über 1 500 Stahlkabinen für die damals offenen Jeep-Geländewagen produziert. Begonnen hat diese Kabinenkonstruktion nach dem Gewinn eines Wettbewerbes für die Lieferung von 50 Kabinen nach Finnland 1950. Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass wir unter anderem auch für den genialen Automobilkonstrukteur Peter Monteverdi über Jahre gearbeitet haben.
Arno Wenger, man sagt ja oft, aus der Vergangenheit lernen heisst, für die Zukunft lernen» – haben Sie sich schon Gedanken gemacht, wie sich WENGER Carrosserie / Fahrzeugbau auch unter dem Aspekt eines Familienunternehmens in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird?
Arno Wenger: Das ist eine schwierige Frage. WENGER Carrosserie / Fahrzeugbau ist hervorragend aufgestellt, dem Unternehmen geht es gut und ich bin zuversichtlich, was die Entwicklung der nächsten Jahre anbelangt. Wie sich allerdings das Thema «Mobilität» und insbesondere das Automobil – ob im Personentransport- oder im Nutzfahrbereich – langfristig entwickelt, lässt sich nur schwer voraussehen. Mein Optimismus gründet allerdings auf der Tatsache, dass das Unternehmen schon immer sehr innovativ war und sich auch in sich verändernden Zeiten durchsetzen konnte. Wir machen uns diesbezüglich viele Gedanken und rüsten uns in vielerlei Hinsicht für die Herausforderungen der Zukunft. Ob wir langfristig als Familienunternehmen weiter funktionieren werden, lässt sich zurzeit nicht sagen. Sicher ist aber, dass die Werte, die WENGER Carrosserie / Fahrzeugbau transportiert und nach denen wir leben – und dabei sind auch alle Mitarbeitenden inbegriffen – weiterhin gepflegt und in die Zukunft getragen werden.










