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Home»Auto & Moto»Raus aus der Nische
Volkswagen Showcar I.D. CROZZ
Auto & Moto

Raus aus der Nische

Schweizer FachmedienBy Schweizer Fachmedien1. Februar 2019Keine Kommentare3 Mins Read

Um dem E-Auto zum weltweiten Durchbruch zu verhelfen, braucht es bezahlbare Fahrzeuge und eine praxistaugliche Lade-Infrastruktur. Ende nächsten Jahres soll VWs erstes «Elektroauto für alle» vom Band laufen. Und schon 2020 wollen die Wolfsburger 150’000 E-Autos verkaufen.

Technologisches Rückgrat für VWs E-Auto-Offensive ist der Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB), auf dessen Basis der ID als erstes eigenständiges VW-Elektrofahrzeug ab Ende 2019 in Serie gehen soll. «Der MEB ist eines der wichtigsten Projekte der VW-Geschichte», sagt Ulbrich, «ein Technologiesprung wie vom Käfer zum Golf.» Keine modifizierte Verbrenner-Plattform, wie etwa noch im E-Golf, sondern ein von Anfang an auf reine Elektroautos ausgelegter Baukasten. Damit ermöglicht er nicht nur eine komplett neue Fahrzeugarchitektur, sondern auch vielfältige Gestaltungs­konzepte auf ein und derselben Plattform. Das Spektrum reicht hier vom Kompaktwagen über SUV und Van bis zur grossen Luxuslimousine. Los gehen soll es 2020 mit dem kompakten ID im Golf-Format. Noch im selben Jahr folgt die SUV-Version im Stil der Studie ID Crozz. 2022 darf mit einem Van nach dem Vorbild des Concept Car ID Buzz und dem Serienpendant der letzten Limousinen-Studie ID Vizzion gerechnet werden. «Wir sind voll im Zeitplan», sagt Ulbrich. «Die Hardware ist fertig, die Verträge mit den Batterielieferanten sind unterschrieben.»

Der MEB stellt aber nicht nur die technische Matrix für alle Modelle der ID-Familie, sondern auch für viele E-Autos der Konzernmarken Audi, Seat, Skoda und VW Nutzfahrzeuge dar. «Er ist die Basis für konzernweit mehr als zehn Millionen E-Autos innerhalb der ersten Welle», sagt Thomas Ulbrich. Bis Ende 2022 sind mit allen Konzern­töchtern weltweit 27 MEB-Modelle geplant. Das wiederum schafft enorme Skaleneffekte. Durch einheitliche Konstruktion und hohe Stückzahlen wird die Produktion günstiger und die Autos werden erschwinglicher. Wie viel genau es kosten soll, verraten die Wolfsburger natürlich noch nicht, doch rechnen sie im Moment mit Preisen ähnlich denen eines Dieselmodells. Daneben steht und fällt die Elektromobilität mit der Reichweite und der Lade-Infrastruktur. Wesentlicher Bestandteil des MEB ist ein neues Hochleistungs-Batteriesystem, das platzsparend im Fahrzeugboden platziert ist. Dank seines modularen Aufbaus und Multi-Zellen-Formats lässt es sich in verschiedenen Leistungs­stufen in kleinere und grössere ID-Modelle integrieren, mit je unterschiedlichen Reichweiten von 330 bis 550 Kilometer (nach WLTP). Eingesetzt werden kann die Batterie für den Antrieb an einer oder beiden Achsen. Darüber hinaus ist das System schnell-ladefähig und kann über spezielle Ladesäulen mit bis zu 125 kW in 30 Minuten bis zu 80 Prozent aufgeladen werden.

Auch in Sachen Lade-Infrastruktur geht Volkswagen in die Offensive und präsentiert die erste «Volks-Wallbox» für das Laden zu Hause oder auf Firmenparkplätzen, das nach VW-Meinung bis zu 70 Prozent aller Ladevorgänge ausmachen wird. Die übrigen 30 Prozent aller Ladevorgänge werden nach VW-Analysen unterwegs an öffentlichen Schnell-­Ladesäulen und entlang der Schnellstrassen erfolgen. Dafür beteiligt sich VW an dem Joint Venture «Ionity», das zusammen mit Daimler, BMW und Ford ein Netz von starken Schnell-Ladestationen entlang der europäischen Fernstrassen aufbaut. Bis 2020 sollen 400 solcher «Tankstellen der Zukunft» mit bis zu 125 kW Leistung in Betrieb sein. Darüber hinaus werden alle 4  000 europäischen VW-Händler mit Ladesäulen ausgestattet.

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