DR. EVA THIEL über Emma Kunz
Dr. Eva Thiel arbeitet im Spannungsfeld von Schulmedizin, Naturheilkunde, Energie- und Bewusstseinsarbeit. In ihrer Praxis lässt sie die Ansätze von Emma Kunz gezielt in ihre Arbeit einfliessen.
GESCHÄFTSFÜHRER*IN BASEL: Frau Dr. Thiel, wie kam es, dass Sie in Ihre medizinische Arbeit die Philosophie von Emma Kunz integrierten?
DR. EVA THIEL: Während meines Medizinstudiums war ich zunehmend enttäuscht von dem mechanistischen Weltbild, das Denken und Fühlen weitgehend getrennt von der körperlichen Ebene betrachtet. Für mich war jedoch früh klar, dass die Entstehung von Krankheit und Gesundheit nicht nur auf einer, sondern auf mehreren Ebenen stattfindet. Aus dieser Überzeugung heraus habe ich mich gezielt weitergebildet – unter anderem in Psychosomatik, körperorientierter Psychotherapie, Meridianlehre, EFT, Energy Medicine und Feldenkrais. Mir sind Werkzeuge wichtig, die eine umfassende Behandlung ermöglichen.
Schliesslich war es eine Kollegin, die mich erstmals mit dem Schaffen von Emma Kunz in Berührung brachte. Ich war tief beeindruckt von ihrer Lebensgeschichte, ihren aussergewöhnlichen Wahrnehmungs- und Erkenntnisfähigkeiten und insbesondere davon, wie sie mithilfe ihrer Zeichnungen Einsichten und Antworten auf Fragen nach gesundheitlichen Zuständen ebenso wie nach übergeordneten Zusammenhängen und Gesetzmässigkeiten darstellte.
Für Emma Kunz war klar, dass unsere Gedanken eine zentrale Rolle für unsere Gesundheit spielen – dass wir lernen müssen, sie bewusst zu steuern. Über unser Denken beeinflussen wir unsere Gefühle und damit auch unseren physischen Körper.
Gab es einen konkreten Moment, in dem Sie gemerkt haben, dass Sie diesen Zugang in Ihre eigene Praxis integrieren möchten?
Der eigentliche Türöffner war wohl das Bild, das sie über die umfassende Wirkungsweise von AION A angefertigt hat. Es stellt die vier Dimensionen unseres Daseins dar: den physischen, ätherischen, emotionalen und mentalen Körper. Dabei wurde mir klar, wie selbstverständlich diese Sichtweise für sie war, und ich bin bis heute fasziniert von ihrem Wissen um tiefere Zusammenhänge. Emma Kunz wurde zu einer Art Vorbild, das mir die Erlaubnis gab, meiner eigenen Intuition zu vertrauen und entsprechend zu handeln.
Diese Haltung prägt meine Tätigkeit bis heute. In meiner Praxis verfolge ich konsequent eine integrative Herangehensweise, bei der verschiedene Ebenen des Menschseins einbezogen werden. AION A unterstützt meine Arbeit dabei spürbar.
Wie hat sich die Wahrnehmung und Akzeptanz solcher integrativen Perspektiven in den letzten Jahren verändert?
Aus meiner Sicht hat sich vor allem die Offenheit in der Bevölkerung deutlich weiterentwickelt. Es besteht heute ein grösseres Bedürfnis nach vernetztem Denken – sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. Das Zusammenspiel von mentalen, emotionalen und körperlichen Prozessen wird vermehrt thematisiert und zunehmend verstanden. Dieses wachsende Bewusstsein erleichtert die Vermittlung: Sowohl in Vorträgen als auch im Praxisalltag zeigt sich, dass viele Menschen bereits ein Grundverständnis mitbringen. Sie sind offener dafür, über die rein physische Ebene hinauszugehen.
Welche Rolle spielt Emma Kunz heute?
Für Emma Kunz sind Mensch und Natur eingebettet in ein Zusammenspiel umfassender Kräfte – solche, die von aussen auf uns einwirken, andere, die in uns vorhanden sind, und Kräfte, die wir durch unsere Denkvorgänge selbst erzeugen. Krankheit ist für sie ein Ausdruck von Disharmonie zwischen diesen Kräften, Heilung bedeutet also Wiederherstellung gestörter Harmonie.
Dieses Verständnis wurde vor einigen Jahrzehnten noch skeptisch betrachtet, ist aber inzwischen für viele Menschen nachvollziehbar geworden und beginnt sich als relevante Grundlage für Gesundheit und Wohlbefinden zu etablieren.
Es wächst das Bedürfnis nach einer Medizin, die sich menschlicher und kohärenter anfühlt, nach Behandlungsmethoden, die das Denken und Empfinden miteinbeziehen und den Menschen nicht auf seine Krankheit reduzieren, sondern ihn in seinem gesamten Innen- und Aussenleben verstehen. Dies zeigt sich auch zunehmend im Mainstream.

