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Home»Kolumnen»Forschungs- und Innovationsstandort Basel in Gefahr?
Kolumnen

Forschungs- und Innovationsstandort Basel in Gefahr?

Schweizer FachmedienBy Schweizer Fachmedien9. April 2026Keine Kommentare3 Mins Read

Autor: Frank Linhart

Die Region Basel steht als Wirtschaftsregion mit hoher Wertschöpfung – speziell im Bereich Forschung und Innovation – vor grossen Herausforderungen. Verschiedene Entwicklungen wie Fusionen, Zölle, Währungsschwankungen und die demografische Lage setzen den Standort zunehmend unter Druck. Neue Analysen des Kompetenzzentrums «Demografik» zeigen nun: Die Life-Sciences-Branche ist stark vom Zugang zu internationalen Fachkräften abhängig, während gleichzeitig eine grosse Pensionierungswelle bevorsteht. An einer Medienkonferenz hat der Arbeitgeberverband Region Basel – gemeinsam mit «Demografik» sowie dem Ausbildungsbildungsverbund «aprentas» – die Konsequenzen für den Standort Nordwestschweiz erläutert und aufgezeigt, wo Handlungsbedarf besteht.

Aktuell ist allgemein ein Rückgang der Beschäftigten in Branchen mit hoher Wertschöpfung – wie etwa Life Sciences oder Versicherungen – sowie eine starke Zunahme der Beschäftigten in Branchen mit tieferer Wertschöpfung zu beobachten. Die Abhängigkeit von wenigen Branchen stelle die Region Basel vor Herausforderungen und bedrohe die Rolle als Innovationsstandort, sagte Dominik Marbet, Direktor des Arbeitgeberverbands Region Basel, vor den Medien. Umso wichtiger sei die Ausbildung der eigenen Fachkräfte. «Eine zentrale Stärke des Forschungs- und Innovationsstandorts gegenüber dem Ausland ist die Berufsbildung. Die praktische Berufsbildung in der Life-Sciences-Branche stellt sicher, dass wir einen Nährboden haben, welcher Akademiker und Praktiker zusammenführt», so Marbet weiter.

Die neue Studie zur Fachkräftesituation in der Life-Sciences-Industrie der Nordwestschweiz des Kompetenzzentrums «Demografik» zeigt, dass rund 70 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in führenden Life-Sciences-Unternehmen aus dem Ausland stammen. Ein Drittel bilden Grenzgänger. In Forschung und Entwicklung liegt der internationale Anteil sogar bei 80 Prozent. Gleichzeitig werden in den kommenden zehn Jahren bis zu 35 Prozent der Beschäftigten pensioniert – darunter über ein Drittel Schweizer Fachkräfte. «Die Pensionierungswelle betrifft viele Schlüsselprofile im Innovationsbereich Forschung und Entwicklung», so Zita Brazzola, Projektleiterin bei «Demografik». Hendrik Budliger, CEO von «Demografik», zeigte auf, dass bereits 15 Kantone in einzelnen Altersgruppen von Schrumpfung betroffen sind und dass sich auch in der Nordwestschweiz die Arbeitsmarktschere öffnet: «Mehr ältere Personen gehen in Rente, als junge eintreten.»

Auch «aprentas»-Geschäftsführerin Nicole Koch machte deshalb an der Medienkonferenz deutlich, dass die Innovationskraft der Region Basel auf einer starken, praxisorientierten Berufsbildung beruht. Die demografische Entwicklung, der internationale Wettbewerb und die wachsende Abhängigkeit von wenigen Branchen führten jedoch dazu, dass qualifizierte Fachkräfte – insbesondere im MINT-Bereich – zunehmend zum Engpass werden. «Wenn leistungsstarke Jugendliche systematisch den Weg in die praxisorientierten MINT-Berufe nicht mehr finden, verlieren wir unsere Innovationsbasis», erklärte Koch. Um den Standort langfristig zu sichern, brauche es eine klare Talentstrategie, gezielte Unterstützung der Ausbildungsbetriebe und einen echten Imagewandel: «Wir brauchen nicht nur mehr Berufsbildung  – wir brauchen die richtige Berufsbildung.» Diese sei weit mehr als eine Alternative zum Gymnasium: «Berufsbildung ist keine zweite Wahl gegenüber dem Gymnasium – sie ist ein eigenständiger, strategischer Standortvorteil.»

www.arbeitgeberbasel.ch

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