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Home»News»Grossartiges Engagement seit 1932
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Grossartiges Engagement seit 1932

Schweizer FachmedienBy Schweizer Fachmedien22. Februar 2026Keine Kommentare4 Mins Read

IVB Behindertenselbsthilfe beider Basel

Das primäre Ziel der Selbsthilfe- und Dienstleistungs­organisation IVB ist klar definiert: die Lebenssituation von Menschen mit einer Behinderung nachhaltig verbessern und sich für die vollwertige Integration von Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft und deren Gleichstellung einsetzen. Dabei unterstützt und fördert der Verein ebenso die kulturellen und sozialen Interessen der Betroffenen. Des Weiteren engagiert sich die IVB intensiv in der regionalen Sozialpolitik.

Interviewpartner: Marcel W. Buess
Autorin: Gabriela Röthlisberger

GESCHÄFTSFÜHRER*IN Basel: Herr Buess, können Sie mir bitte in Ihrer Funktion als Präsident der IVB Behindertenselbsthilfe beider Basel ein paar Fakten des gemeinnützigen Vereins näherbringen?
Marcel W. Buess: Nun, die IVB wurde bereits 1932 unter dem Namen «Invaliden-Vereinigung Basel (IVB)» als soziale, politisch und konfessionell neutrale Selbsthilfeorganisation gegründet. Seither konnten wir viele positive Veränderungen verzeichnen, denn damals gab es weder AHV (ab 1948) noch IV (ab 1960), und auch das Behindertengleichstellungsgesetz auf Bundesebene wurde erst vor 20 Jahren ins Leben gerufen. Übrigens gehörten Basel-Stadt und Baselland zu den ersten Kantonen der Schweiz mit eigenen Behindertenrechtegesetzen, wobei sich der politische Weg zu diesen Gesetzen immer langwierig und zuweilen etwas mühsam gestaltete.

Warum sind derartige Wege Ihrer Meinung nach so holprig?
Solche Gesetze und politischen Prozesse sind einerseits wichtig, andererseits wird aber eine tatsächliche Inklusion erst dann erreicht sein, wenn auch in unseren Köpfen ein Umdenken stattgefunden hat. Im gleichen Atemzug muss eine Verinnerlichung der Ebenbürtigkeit und der gesellschaftlichen Gleichwertigkeit von Menschen mit Behinderungen und Leistungseinschränkungen nicht nur stattfinden, sondern bewusst gelebt werden.

Als Präsident der IVB, ein Präsidium im Ehren- und Nebenamt, repräsentieren Sie den gemeinnützigen Verein nach aussen. Wie gehen Sie da hauptsächlich vor?
Auf gesellschaftspolitischer und medizinischer Ebene hat sich im Laufe der Zeit natürlich viel verändert, weshalb es ein zentrales Thema für uns darstellt, den zeitgemässen Anforderungen gerecht zu werden. Ebenfalls führen wir für unsere Mitglieder im Sinne der gesellschaftlichen Integration regelmässig Veranstaltungen und Versammlungen durch, etwa einen Lotto- und Unterhaltungsnachmittag. Anfang September unternehmen wir jeweils mit über 100 teilnehmenden Mitgliedern eine Reise innerhalb der Schweiz. Im November findet eine Sondervorstellung im Häbse-Theater statt und mit einer grossen Weihnachtsfeier im Kronenmattsaal in Binningen lassen wir das Vereinsjahr ausklingen.

Wie genau ist das Dienstleistungsangebot der IVB aufgestellt?
Da deckt die IVB mittlerweile ein breites Spektrum ab – unterteilen lässt es sich in die drei Bereiche Mitgliedschaften, Projekte sowie den Behindertentransport. Nach dem Grundsatz «Hilfe zur Selbsthilfe» für Menschen mit Behinderungen und Betagte, ist die IVB Mitglied der Dachorganisationen Behindertenforum Region Basel und AGILE Behindertenselbsthilfe Schweiz, um in diesen Gremien allfällige soziale und politische Anliegen zu vertreten. Desweiteren bieten wir Rechts- und Sozialberatung an. Auch sorgen wir an den beiden Cortège-Tagen der Basler Fasnacht für geschützte Plätze.

Liegt Ihnen einer dieser Bereiche besonders am Herzen?
Ja, Menschen mit Behinderungen mobil zu machen, denn die Mobilität ist eine wesentliche Voraussetzung, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Deswegen unterhalten wir seit bald 70 Jahren einen Behindertentransportdienst, den wir als unsere Kerntätigkeit ansehen. Mit über 70 behindertengerecht ausgebauten Fahrzeugen führen wir jährlich zwischen 130’000 und 140’000 Behindertentransporte durch, womit wir jeden Tag etwa 500 mobilitätsbehinderten Menschen in der Region Basel zu Mobilität verhelfen.
Zudem betreiben wir mit geschultem Personal einen Patiententransport für medizinisch stabile Patienten, also keine Notfalleinsätze, mit jährlich 8000 bis 9 000 Transporten.

Wie viel Personal beschäftigt die IVB im Mobilitätsbereich?
Rund um den Behindertentransport sind insgesamt über 70 Mitarbeitende angestellt, darunter 40 Chauffeusen und Chauffeure. Gut die Hälfte dieser Mitarbeitenden sind Betroffene mit Leistungseinschränkungen, die im ersten Arbeitsmarkt praktisch keine Chancen mehr haben. So leistet die IVB aktiv einen Beitrag zur Arbeitsintegration – wir fordern nicht nur, sondern handeln und gehen mit gutem Beispiel voran.

Wie stark ist die IVB als Non-Profit-Organisation auf Spenden, Zuwendungen und Unterstützung angewiesen?
Unser Jahresaufwand bewegt sich zwischen 5.5 und sechs Millionen Franken, wobei sich die Einnahmen vor allem aus dem Bereich Behindertentransport generieren. Gut ein Fünftel unseres Budgets, also mindestens eine Million Franken, müssen wir aber mit Spenden und sonstigen Zuwendungen finanzieren. Dem Fundraising kommt somit eine äusserst zentrale Rolle in unserem Verein zu, wobei ich mich als Präsent damit im Besonderen beschäftige.

Eine Vereinsstruktur basiert auf Mitgliedschaften. Wer kann der IVB beitreten und welche Vorteile lassen sich daraus schöpfen?
Grundsätzlich kann jede*r aktiv, passiv, als Gönner oder im Kollektiv Mitglied werden. Wir bieten Informationen durch unsere Vereinszeitung sowie weitere Vorteile in Form von regelmässigen geselligen Veranstaltungen, Sondervorstellungen des Häbse-Theaters oder der Möglichkeit, der Charivari-Generalprobe beizuwohnen.

Stehen in naher Zukunft grössere Aktivitäten auf dem Plan?
Nächstes Jahr wird der IVB Behindertentransport sein 70-jähriges Bestehen feiern, weshalb wir uns aktuell in einem Strategieprozess befinden. Dieses freudige Ereignis nehmen wir zum Anlass, uns für die Zukunft zu positionieren.

www.ivb.ch

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