Ein kurzes Gespräch beim Einkaufen, ein spontaner Austausch in der Apotheke oder einfach ein Moment des Zuhörens: Seit dem Start der Plauderkasse im Jahr 2022 wurden in der Region Basel über 10’500 Gespräche geführt. Jedes fünfte Gespräch dauert länger als 15 Minuten. Die Erfahrungen zeigen deutlich: Das Bedürfnis nach einfachen Begegnungen im Alltag ist gross.
Alltägliche Begegnungen als Beitrag gegen Einsamkeit
Passend zum Tag der Nachbarschaft vom 29. Mai macht Gsünder Basel auf die Bedeutung einfacher menschlicher Begegnungen im Alltag aufmerksam. Denn soziale Nähe entsteht genau dort, wo Menschen ohnehin unterwegs sind.
«Viele unterschätzen, wie wichtig alltägliche soziale Kontakte für das psychische Wohlbefinden sind. Schon kurze Begegnungen können das Gefühl vermitteln, wahrgenommen und eingebunden zu sein – und können damit Einsamkeit entgegenwirken», sagt Prof. Dr. Udo Rauchfleisch, Fachpsychologe für Psychotherapie, der am diesjährigen Dialoganlass zur Plauderkasse mit der gesellschaftlichen Bedeutung von Einsamkeit auseinandersetzte.
Neue Standorte entwickeln sich schneller als erwartet
Die beiden neuen Standorte in Oberwil und Birsfelden zeigen eine erfreuliche Entwicklung: Die Plauderkasse wird heute schneller angenommen als noch in den ersten Pilotjahren. In der Migros Oberwil ist die Nachfrage so hoch, dass bereits der Einsatz zusätzlicher Freiwilliger geprüft wird. In der TopPharm Birs Apotheke in Birsfelden entstehen bereits nach wenigen Monaten verhältnismässig viele längere Gespräche – ein Zeichen dafür, dass Vertrauen rasch wächst.
Angebot spricht immer mehr unterschiedliche Generationen an
Zwar nutzen insbesondere ältere Menschen längere Gespräche regelmässig. Die Erfahrungen zeigen jedoch zunehmend, dass die Plauderkasse auch jüngere Menschen erreicht. Damit wird deutlich: Das Bedürfnis nach unkomplizierten sozialen Kontakten betrifft unterschiedliche Generationen.
Ein wiederkehrendes Muster bleibt dabei unverändert: Menschen reagieren zunächst oft zurückhaltend und bleiben dann doch stehen. «Viele Menschen sagen zuerst: Ich bin nicht einsam. Und beginnen kurz darauf zu erzählen», sagt Stefanie Näf-Seiler, Geschäftsleiterin von Gsünder Basel. «Die Plauderkasse zeigt eindrücklich: Es braucht oft keine grossen Interventionen, sondern einfache Gelegenheiten für menschliche Begegnung. Nachbarschaft beginnt genau dort.»
Freiwillige ermöglichen Begegnung
Damit die Plauderkasse weiterwachsen kann, sucht Gsünder Basel weitere offene und empathische Menschen mit Freude am Kontakt zu anderen. Vanessa Schmutz, Co-Projektleiterin Plauderkasse bei Gsünder Basel
Tel. +41 61 551 01 29 | E-Mail: v.schmutz@gsuenderbasel.ch
Das Projekt Plauderkasse auf einen Blick
Die Plauderkasse
Die Plauderkasse schafft Raum für persönliche Gespräche mitten im Alltag. Verkaufspersonal in Migros-Filialen und Apotheken sowie geschulte Freiwillige nehmen sich Zeit für Gespräche. Das Angebot stärkt soziale Bindungen, das Gemeinschaftsgefühl und wirkt Einsamkeit entgegen.
Webseite: www.plauderkasse.ch
Die Plauderkasse auf einen Blick
• Seit Oktober 2022
• 5 Standorte in der Region Basel
• Über 10’500 Gespräche seit Projektstart
• 36 geschulte Freiwillige mit regelmässigen Engagements
• Jedes fünfte Gespräch dauert länger als 15 Minuten
Standorte in Basel-Stadt und Öffnungszeiten
• Migros Gundelitor: Dienstag, 9.00–11.00 Uhr und Donnerstag, 15.00–17.00 Uhr
• Migros Burgfelder: Montag, 9.00–11.00 Uhr und Mittwoch, 14.00–16.00 Uhr
• Migros Oberwil, Gemeinde Oberwil: Mittwoch, 14.00–16.00 Uhr
• TopPharm Apotheke Gellert: Mittwoch, 14.30–16.30 Uhr
• TopPharm Birs Apotheke, Gemeinde Birsfelden: Freitag, 15.00–17.00 Uhr
Gsünder Basel ist seit über 35 Jahren die kompetente Fachstelle für Gesundheitsförderung in der Region Basel. Wir motivieren Menschen zu Bewegung, Entspannung, ausgewogener Ernährung und schaffen Räume für echte
Begegnungen. Als gemeinnütziger Verein leisten wir so einen nachhaltigen Beitrag zur Gesundheit und zum
gesellschaftlichen Zusammenhalt.

