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Home»Kolumnen»Wie sicher ist unser Strom?
Dr. Sebastian Deininger ist Leiter Verkehr, Raumplanung, Energie und Umwelt der Handelskammer beider Basel.
Kolumnen

Wie sicher ist unser Strom?

Schweizer FachmedienBy Schweizer Fachmedien12. Juli 2021Keine Kommentare2 Mins Read

Gemäss der Energiestrategie 2050 des Bundes und des Netto-Null-Emissionen-Ziels 2050 des Bundesrats soll die Produktion von Energie künftig dezentral erfolgen und es soll auf fossile Energieträger sowie auch auf Atomenergie möglichst verzichtet werden – sowohl beim Verkehr, als auch bei den Haushalten und in der Industrie. Gleichzeitig werden die
Prozesse der Haushalte und der Industrie zunehmend elektrifiziert. Dies führt zu einer steigenden Nachfrage nach Strom.

Im Sommer produziert die Schweiz heute mehr Strom, als sie verbraucht und exportiert den Überschuss. Im Winter hingegen verbrauchen wir mehr Strom als wir herstellen und sind deshalb regelmässig auf Stromimporte aus dem Ausland angewiesen. Nur so ist die Versorgung für Unternehmen und Haushalte gewährleistet.

Den grössten Teil des importierten Stroms beziehen wir aus Deutschland, gefolgt von Frankreich, Österreich und Italien. All diese Länder bauen ihre Energiesysteme um und
wandeln ihre Kraftwerkparks – wie wir auch – von fossilen zu erneuerbaren Energieträgern hin. Dies kann zur Folge haben, dass vor allem Deutschland und Frankreich in absehbarer
Zeit im Winter negative Leistungsreserven aufweisen und nicht mehr als Stromexporteure  auftreten. Dies würde sich kurz- bis mittelfristig auf die Versorgungssicherheit der Schweiz
mit Strom auswirken.

Die Schweiz ist somit – unabhängig von der eigenen Energiestrategie – durch die Entwicklungen im Ausland herausgefordert, die Versorgungssicherheit mit Strom aufrechtzuerhalten. Denn diese ist wichtig für Unternehmen, um effizient produzieren zu können. Aber auch Gewerbebetriebe und Haushalte wären von einem drohenden Ausfall betroffen. Neben technischen Voraussetzungen wie ausreichenden Übertragungsnetzen für Strom spielt auch der politische Exportwille der Nachbarländer eine tragende Rolle.

Das Stromabkommen der Schweiz mit der Europäischen Union ist derzeit blockiert. Denn die EU sieht den Abschluss des Rahmenabkommens als Voraussetzung für weitere Vereinbarungen. Deshalb muss beim Rahmenabkommen rasch Klarheit geschaffen werden. Das Stromabkommen würde die Schweiz stärker in den europäischen Markt integrieren und sie in die Solidaritätsmechanismen der EU einbinden. Es erweitert ausserdem die Importmöglichkeiten und ist deshalb ein wichtiger Baustein für die Versorgungssicherheit
der Schweiz. Damit wir auch in Zukunft alle Schweizer Haushalte und Unternehmen das ganze Jahr hindurch mit genügend Strom beliefern können, müssen wir die Schweiz also dringend besser in den europäischen Strommarkt einbinden, Energieinfrastrukturen schützen, modernisieren und ausbauen, neue technologische Möglichkeiten ausschöpfen
sowie Verfahren zum Bau von Anlagen zur Energieproduktion vereinfachen und effizienter gestalten.

Es ist herausfordernd, die Versorgungssicherheit zu gewährleiten, ohne die Dekarbonisierung des Energieeinsatzes infrage zu stellen. Welche konkreten Lösungsansätze wir hierfür vorschlagen, lesen Sie bald in unserem neuen
Themendossier «Versorgungssicherheit: Strom».

WWW.HKBB.CH

Basel Handelskammer Strom
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